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Planung

Die Funktionsfähigkeit der Karl-Marx-Straße als Berliner Hauptzentrum und als Zentrum Neuköllns - traditionsreiche Einkaufsstraße und einst drittgrößter Einkaufsbereich des ehemaligen West-Berlins nach dem Zentrenbereich Zoo und der Schloßstraße - ist maßgeblich durch die Strukturveränderungen im Einzelhandel und die Konkurrenz der Einkaufszentren beeinträchtigt. Deshalb ist der Umbau der Karl-Marx-Straße geplant, der von vielfältigen Maßnahmen begleitet wird.

 

Dabei ist die Karl-Marx-Straße weit mehr als ausschließlich Einkaufsstraße: Sie ist auch Verwaltungszentrum mit dem Rathaus und dem Amtsgericht, Kulturstandort mit teilweise gesamtstädtischer Ausstrahlung - z.B. befinden sich hier die Neuköllner Oper und der Saalbau Neukölln - sowie Zentrum für Bewohner aus über 160 Nationen. Die Karl-Marx-Straße weist vielfältige, teilweise verborgene Potenziale auf - wie z.B. die historische Bausubstanz, die versteckten Höfe, die als neue Räume zu entdecken sind, und insbesondere die "Seele der Straße" mit ihrer Multi-Ethnizität und ihrer Vielfalt an Nutzern. Diese gilt es sichtbar zu machen und zu nutzen. Inzwischen kann auf umfangreiche Erfahrungen und Untersuchungen aufgebaut werden - die vielfältigen Diskussionen, Planungsprozesse und Maßnahmen, die bereits geleistet wurden und alle aufeinander aufbauen, werden im Folgenden kurz dargestellt. Entsprechende Downloadangebote stehen zur Verfügung.


Konzepte bis 2007

Der Bezirk Neukölln bemüht sich bereits seit geraumer Zeit um die Behebung von städtebaulichen, funktionalen und gestalterischen Defiziten der Karl-Marx-Straße, um dem Anspruch der Bevölkerung - auch über die Bezirksgrenzen hinaus - an ein lebenswerteres Zentrum gerecht zu werden.

 

Angesichts der vielfältigen Probleme des Bezirks hinsichtlich der sozialen Situation eines Teils der Bewohnerschaft, der Herausforderungen der ethnischen Integration und des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie der nur eingeschränkt verfügbaren Finanzmittel konnten die Probleme bisher nur bedingt bearbeitet werden. Dennoch sind zahlreiche Vorarbeiten geleistet worden, die im Entwicklungskonzept [Aktion! Karl-Marx-Straße] zusammengefasst worden sind (siehe S. 14 ff. der Langfassung des Entwicklungskonzepts, das weiter unten auf dieser Seite zum Download bereit steht).

 

Beginnend mit der Arbeitsfeldbeschreibung Karl-Marx-Straße vom Dezember 2004 (steht unten zum Download bereit), hat der Fachbereich Stadtplanung in neuerer Zeit eine Reihe von Aktivitäten zur Entwicklung des Standorts gestartet - selbstverständlich aufbauend auf die in den Jahrzehnten zuvor bereits geleisteten Arbeiten. Weitere Prozesse folgten: So hatte die Industrie- und Handelskammer Berlin als Reaktion auf die problematische Entwicklung der Karl-Marx-Straße 2006 einen Gesprächskreis mit Gewerbetreibenden, Einzelhändlern, Bezirksverordneten und Vertretern des Bezirksamts sowie weiteren Akteuren initiiert, um eine Strategie zur Stabilisierung des zentralen Geschäftsbereichs des Bezirks zu erarbeiten. Durch umfangreiche Information und Diskussion hat der IHK-Prozess das Bewusstsein der Akteure für die Karl-Marx-Straße geschärft und die Grundzüge der zur Stärkung der Karl-Marx-Straße notwendigen Maßnahmen - auf der Grundlage ihrer vielfältigen, teilweise noch verborgenen Potenziale - heraus gearbeitet. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Dokument "IHK - Strategien für die Karl-Marx-Straße", das hier zum Download bereit steht.

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 BauGB

Der Senat von Berlin beschloss am 22.05.2007 die Durchführung Vorbereitender Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch für das Gebiet Karl-Marx-Straße. Anlass war die Feststellung, dass der Verlust von Attraktivität des Hauptzentrums Karl-Marx-Straße durch Veränderungen im Einzelhandel zu negativen Folgen für die Funktion der Straße als zentraler Ort Neuköllns, aber auch der umliegenden Stadtquartiere führt. Mit den Vorbereitenden Untersuchungen soll festgestellt werden, welche Maßnahmen der Stadterneuerung geeignet sind, den Funktionsverlust zu stoppen, die Straße zu stabilisieren und zu beleben und so die stadtentwicklungspolitischen Zielstellungen für die Karl-Marx-Straße zu erreichen. Als stadtentwicklungspolitische Zielstellung der Vorbereitenden Untersuchungen sind folgende Themen zu bearbeiten:

 

-Stärkung der Struktur von Handel und Dienstleistungen
-Verbesserung der Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes
-Weiterentwicklung der urbanen Vielfalt
 (z.B. durch Stärkung der Freizeit- und Kultureinrichtungen)
-Aktivierung der Eigentümer

 

Am 15. September 2009 wurden in der Alten Post Neukölln die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen zum Gebiet Neukölln - Karl-Marx-Straße vorgestellt.

 

Downloadangebot:

-Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen zur Stadterneuerung, Sept. 2009

 

Weitere Informationen zu den Vorbereitenden Untersuchungen finden Sie auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Entwicklungskonzept [Aktion! Karl-Marx-Straße]

Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum neuen Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" des Bundes und der Länder wurden 18 zentrale Geschäftsbereiche aufgefordert, integrierte Strategien zur Stärkung der innerstädtischen Funktionen zu entwickeln. Das Konzept des Bezirks Neukölln für die Karl-Marx-Straße (hier in der Kurz- und Langfassung als Download bereit gestellt) knüpft an die vielfältigen Initiativen (u.a. IHK-Strategien für die Karl-Marx- Straße, Vorbereitende Untersuchungen) an und nimmt die Erfahrungen mit voran gegangenen Projekten auf (z. B. Mittendrin Berlin).

 

In einem intensiven Diskussionsprozess wurden vorhandene Initiativen gebündelt und neue Akteure in die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für das Hauptzentrum Karl-Marx-Straße einbezogen. Im Rahmen des Entwicklungskonzepts werden das Leitbild vorgestellt und Handlungsschwerpunkte für die Attraktivitätssteigerung der Karl-Marx-Straße benannt. Vielfältige Maßnahmen, die an die Stärken der Karl-Marx-Straße anknüpfen, aber auch die gemeinsam erkannten Defizite bearbeiten, sind geplant:
So z. B. der Umbau der Karl-Marx-Straße zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, ein Citymanagement, die Umgestaltung der Kindl-Brauerei als Teil des Zentrums, der Umbau des Platzes der Stadt Hof, das In-Szene-Setzen der Karl-Marx-Straße durch ein Lichtkonzept sowie ihre Etablierung als Kulturstandort.

 

2008 wurde bekannt gegeben, dass die Karl-Marx-Straße als eins von fünf Berliner Stadtzentren ausgewählt wurde, um im neuen Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" gefördert zu werden.

 

Das vorliegende und vom Bezirksamt Neukölln am 20. Mai 2008 beschlossene Entwicklungskonzept ist Arbeitsgrundlage der Initiative [Aktion! Karl-Marx-Straße], in der Eigentümer, Händler und Gewerbetreibende, Anwohner, Initiativen und Vereine, Künstler und Kulturschaffende, Politik und Verwaltung gemeinsam die Zukunft gestalten. Die Initiative [Aktion! Karl-Marx-Straße] ist Kernstück im Erneuerungsprozess der Karl-Marx-Straße - Ziel ist es, einen nachhaltig positiven Entwicklungsimpuls für das Zentrum des Bezirks Neukölln zu erreichen, der auch Berlin weit ausstrahlt. Der Gründungsprozess hat begonnen. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

Allen Planungsansätzen gemeinsam ist das Selbstverständnis, die dynamische Vielfalt von Herkünften, Zugehörigkeiten und Lebensentwürfen - Wesensmerkmal großer Städte - als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und erfolgreiche Zukunft zu verstehen und die darin liegenden Chancen zu nutzen - die Multi-Ethnizität und Vielfalt der Karl-Marx-Straße soll als Alleinstellungsmerkmal ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist die Vorreiterrolle, die Neukölln international in Fragen der Integration einnimmt.

 

So ist Neukölln Pilotpartner des Europarates im Rahmen des Projekts "Intercultural Cities", an dem insgesamt elf europäische Städte teilnehmen und für das aus Deutschland Neukölln ausgewählt wurde. Ziel ist es, die Menschen im Bezirk dabei zu unterstützen, eine Form des Zusammenlebens zu finden, in der kulturelle Vielfalt, der interkulturelle Dialog und die Mehrsprachigkeit als Chance begriffen und gelebt werden. Die Strategie für die Karl-Marx-Straße soll dabei integriert werden.