Aktionärsfonds- und Sonderfonds-Projekte 2016

Ziel des Aktionärsfonds ist es, privates und öffentliches Engagement zu bündeln und Projekte zu unterstützen, die die Karl-Marx-Straße und ihr Image fördern.

Die [Aktion! Karl-Marx-Straße] legte im Frühjahr 2016 zum 10. Mal den Aktionärsfonds auf. In diesem Jahr stand neben dem klassischen Aktionärsfonds ein Sonderfonds zur Unterstützung von Projekten mit geflüchteten Menschen zur Verfügung. Das Motto lautete „Begegnung“: Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Interessen sowie unterschiedlichen Alters.

Aus den eingereichten Konzepten wurden 2016 sechs Projekte von den Aktionärsfonds gefördert:

WE! Festival für urbane Kunst

Ziel des Festivals war es, Kunst und Kultur auf dem Alfred- Scholz-Platz in Neukölln zu etablieren, den internationalen Kiez zu beleben und die Bewohner zusammenzuführen.

Das Festival fand vom 04. bis 06.06.16 auf dem Alfred-Scholz-Platz statt. Daher war die Einbindung der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen C&A Gebäude ein Anliegen gewesen. Hierzu gestalteten die Künstler u.a in Zusammenarbeit mit Geflüchteten Stellwände, welche nach dem Festival in der Unterkunft fest installiert wurden, um das Gebäude ansprechender zu gestalten. Im Rahmen eines Kinderworkshops wurden Sachen für eine Kinderecke im Gebäude gebastelt. Ein Video dokumentiert das Festival.

Each One Teach One (EOTO) Workshops / Weltintegrationskurse

Der Verein Artistania führt Workshop-Tage rund um das Konzept “Each One Teach One” durch. Prinzip ist es, dass jeder dem anderen etwas beibringen kann. Durch diese Herangehensweise sollen sich in prekären Situationen befindliche Teilnehmer befähigt fühlen, selbst Vorschläge zu äußern und die Möglichkeit bekommen, eigenes Wissen und Können im Rahmen eines Workshops zu zeigen und mit anderen zu teilen. Informelles oder nicht anerkanntes Wissen soll dabei zum Ausdruck kommen können. Eine Säule der EOTO-Workshops sind die „Weltintegrationskurse“ bei denen Geflüchtete ihre Sprache gegen Spende oder andere Austauschmöglichkeiten lehren können. Dem liegt der Gedanke zugrunde, unilateralem Verständnis von Integration positiv entgegenzutreten und Differenz als Chance für die Bereicherung der eigenen Kultur sichtbar und wahrnehmbar zu machen.

Weitere Informationen unter www.artistania.org

Tanzaktion K(omm)&M(ove)

Mit dem Projekt K(omm) & M(ove) will der Verein „Tänzer ohne Grenzen“ die Menschen der Karl-Marx-Straße zusammenbringen und Raum für Begegnungen schaffen.

Deswegen veranstaltete der Verein am 8. Oktober 2016 um 13 Uhr in der Karl-Marx-Straße 95 einen Flashmob! Die Choreographie wurde u. a. gemeinsam mit den Bewohnern der Notunterkunft im ehem. C&A-Gebäude (Karl-Marx-Straße 95) entwickelt.

Erlernen auch Sie die Choreographie und tanzen Sie mit beim großen Tanzflashmob für eine vielseitige, lebendige Nachbarschaft!

Für mehr Infos: kommundmove@gmail.com
Das Projekt wird gefördert vom Sonderfonds „Begegnung“ der [Aktion! Karl-Marx-Straße].

Im Rahmen dieses Projektes werden in zwei Phasen die Bewohner der Notunterkunft auf eine öffentliche Tanzveranstaltung in Form eines Flashmobs hinarbeiten. In einer ersten Phase im August 2016 sollen während einer Woche bzw. an fünf Tagen ein vorbereitendes Training und die Erarbeitung einer einfachen Choreographie stattfinden. Die Thematik der Choreographie nimmt Bezug auf den Projektaufruf: Es sollen Bewegungen rund um das Begegnen, Begrüßen und Zusammenkommen zu einem einfachen und vergnüglichen Tanz verbunden werden. Gleichzeitig wird in der ersten Woche ein Videokünstler anwesend sein, der diese Choreographie mit einzelnen Teilnehmern oder kleinen Gruppen filmt und dazu passende, die Bewegungen erklärende Tonspuren aufnimmt – in möglichst vielen Sprachen. In einer zweiten Phase Ende September und Anfang Oktober wird der Tanzaustausch weitergeführt. Hierzu werden dann auch Anwohner der Karl-Marx-Straße und Umgebung sowie Tänzergruppen aus unterschiedlichen Berliner Kontexten eingeladen. Für die Sichtbarkeit des Events wird die Begegnungs-Choreographie in einem Schaufenster des Gebäudes (Anzengruber-/ Ecke Karl-Marx-Straße) auf eine Leinwand projiziert werden. Diese Projektion findet während der zweiten Phase täglich für zwei Stunden statt. Zum Abschluss des Projekts gibt es am eine öffentliche Tanzveranstaltung (Flashmob) an mehreren prägnanten Orten auf der Karl-Marx-Straße. Eingeladen hierzu sind alle Bewohner und alle ab August am Projekt beteiligten Personen, sowie alle spontan interessierten Passanten.

Termine:
30.8.-3.9.2016, 16:00 – 20:00 Uhr Intensiv-Workshop in der Notunterkunft
ab 26.09.2016, Ausstrahlung der Filme in der Vitrine der Karl-Marx-Str. 95
8. Oktober 2016, 13:00 Uhr, großer Tanzflashmob, umsonst und draußen entlang der Karl-Marx-Straße

Filomena / Nilüfer eco fashion

FILOMENA ist ein Projekt, das Frauen aus verschiedenen Kulturen dabei unterstützt, selbständig und selbstbewusst ihr Leben zu meistern. Das Projekt wendet sich hauptsächlich an Frauen aus der Notunterkunft, die mit Migrationshintergrund in Deutschland leben und keine eigenen sozialen Möglichkeiten haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Es wird ein Atelier entstehen, worin es mit Hilfe von Handwerkskunst und Design eine Basis für Austausch, Teamarbeit und Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl geben wird. Die Teilnehmerinnen des Projekts sollen nach Entwürfen der FILOMENA-Designerin Nilüfer Ezer eine Modekollektion aus Verschnittresten der industriellen Produktion und Restposten fertigen. Entstehen soll (Up)Recyclingmode für Frauen, die Wert auf nachhaltige und umweltfreundliche Kleidung legen. FILOMENA baut dabei auf den bereits vorhandenen handwerklichen und gestalterischen Fähigkeiten, die jede Teilnehmerin aus ihrer eigenen Kultur mitbringt, auf und bietet unter professioneller Anleitung den Frauen durch ihre Teilnahme die Möglichkeit, den Prozess und die Entwicklung eines Produktes zu begleiten. Somit können die Teilnehmerinnen, in dem sie in einer Gruppe arbeiten, ihre handwerklichen und sozialen Kompetenzen mit in die Arbeit einfließen lassen.
Am Ende steht ein neues Selbstbewusstsein, Vertrauen in die eigene kreative Arbeit und die Hoffnung auf ein integriertes Leben in Deutschland. Die Ergebnisse, sollen in einer Modenshow präsentiert werden, um somit eine Integration zwischen den Anwohnern zu verbessern und ein Dialog herzustellen.

Spätkauf Telewelt – Willkommens-Laden

Der Spätkauf Telewelt wollte aufgrund unterschiedlicher Trends und Rahmenbedingungen auf der Karl-Marx-Straße und in Nord-Neukölln sein Angebotsprofil anpassen bzw. weiterentwickeln:

  • Die Bevölkerung Neuköllns verändert sich. In den letzten Jahren sind mehr und mehr Menschen vor allem aus anderen europäischen Ländern nach Neukölln gezogen, die hier wohnen und sich hier versorgen.
  • Ende 2015 wurde im ehemaligen C&A-Gebäude eine Notunterkunft für geflüchtete Menschen eingerichtet. Auch diese Bewohnerinnen und Bewohner sind neue Kunden in Neukölln.
  • Die Baumaßnahmen auf der Karl-Marx-Straße führen zu erheblichen Umsatzeinbußen, wodurch es neue Absatzkanäle zu erschließen gilt.

Der Spätkauf Telewelt wurde als einen „Willkommens-Laden“ mit folgenden Angeboten ausgebaut:

  • Der Ladenbereich wurde zur Aufnahme touristischer Sortimente umgestaltet. Nun stehen im Eingangsbereich Aufsteller mit Berlin-Produkten und Postkarten.
  • Die Außengestaltung wurde angepasst. Es wurde eine Präsentationsfläche für touristische Angebote geschaffen. Der Außen- und Eingangsbereich wurden mit berlintypischen Sehenswürdigkeiten gestaltet.
  • Es wurde eine Postkarte zur Bewerbung von Telewelt produziert.
  • Zur Vermarktung der Medien und Produkte der [Aktion! Karl-Marx-Straße] wie Tourist- und Kultur-Guide, Broadway, Handelsnewsletter, Baustelleninformationen, Veranstaltungen usw. steht nun ein Aufsteller für die Produkte der [Aktion! Karl-Marx-Straße] am Eingang.

Chöre in den Höfen

Der Verein Kulturbewegt e.V. veranstaltete am Samstag, den 17. September 2016 zum vierten Mal das Chorfestival „Chöre in Neuköllner Höfen“. Während auf der Karl-Marx-Straße der Verkehr rauschte, sangen in den Höfen der Häuser 152, 181 und 199 kleine und große Chöre aus Neukölln und Kreuzberg. 19 Chöre haben sich angemeldet, zwischen 15 und 18 Uhr singen sie, was ihnen gefällt. Pop und Rock, Renaissance, Schlager und Arbeiterlieder. Die Besucher konnten von Hof zu Hof gehen und die Hausbewohner sorgten für Kaffee und Kuchen – eine gute Gelegenheit, die grünen Oasen hinter den rauen Fassaden der Karl-Marx-Straße kennen zu lernen.

Das Programm, die 19 Chöre und weitere Informationen finden Sie hier.