48 STUNDEN NEUKÖLLN

ist ein Forum für künstlerische Projekte aller Sparten der Berliner Kunstszene. Das seit 1999 stattfindende Festival fördert Kunst, die einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Themen leistet und diese reflektiert. Es bindet alle Bevölkerungsgruppen ein – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und sozialer Stellung. Das Festival steht für ein weltoffenes, kulturelles Miteinander in Berlin-Neukölln.

„SATT“ zu sein, ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen und das Motto 2016. Das Wort weckt Assoziationen wie Zufriedenheit und Wohlstand – ist der wünschenswerte aber fragile Moment zwischen Mangel und Hunger auf der einen und Überdruss auf der anderen Seite. Das Festivalthema 2016 lädt dazu ein, sich mit menschlichen Grundbedürfnissen auseinanderzusetzen und die Frage zu stellen, was jenseits der bekannten Befriedigungsstrategien liegen könnte. Denn wir sind übersättigt und hungrig zugleich, aber das positive Gleichgewicht eines SATT, scheint zu fehlen.

Einige Impulse für künstlerische Reflexionen zum Thema „SATT“ im Rahmen von 48 STUNDEN NEUKÖLLN lauten:
1. Im Überangebot der Kunstmetropole Berlin scheint das Gefühl für Kunst verloren zu gehen. Wie können wir in Berlins größtem freiem Kunstfestival Raum für die ästhetische Erfahrung der Kunstwerke eröffnen?
2. Viele Kunstschaffende versuchen die Vielheit der Information und Eindrücke verarbeiten. Sie reagieren entweder mit dem Auflösen von Genregrenzen oder sie finden als Gegenentwurf reduzierte Positionen. Welche Erkenntnisse könnte eine spannungsvolle Gegenüberstellung von hybriden Kunstexperimenten und klaren Formsprachen ermöglichen?
3. Im Kontext der Übersättigung wäre ein möglicher Gegenentwurf in einem Prinzip der Flüchtigkeit zu finden. Wie könnten flüchtige Installationen, Strukturen oder Inszenierungen im öffentlichen Raum aussehen, die Momente von doppeldeutiger Wahrnehmung zu erzeugen, um neue Zustände und Räume erschließen?
4. Durch das Überstrapazieren des Begriffs Partizipation haben es Kunstprojekte, die sich jenseits des Effektvollen, Pompösen und der bevormundenden Didaktik bewegen, immer schwerer. Welche Ansätze einer zugewandten Kunstvermittlung und welche Bemühungen um echte Teilhabe wären im Rahmen von SATT denkbar?
5. Die Warenwelt des Konsums verspricht immer größere Bequemlichkeit und Annehmlichkeit. Wie lassen sich gemischte Empfindungen erzeugen, die unangenehme Gegenstände und Empfindungen in einer reizübersteigerten Welt untersuchen?
6. Übersättigung wird immer auch als Überschreitung eines Gleichgewichtszustands beschreiben. Wie könnte eine unverstellte Wahrnehmung dieser gefährdeten Gleichgewichtszustände aussehen?

Informationen zum aktuellen Programm folgen…

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